Muskelzerrung

Eine der häufigsten Sportverletzungen überhaupt ist die Zerrung und der Ein- oder gar Abriss eines Muskels. Das gesamte Muskelsystem ist einerseits von genetischen Anlagen, andererseits vom Training abhängig. Bewegungsmangel führt zur Verkümmerung der Muskulatur. Ein Sportler besitzt mehr Muskulatur als der Untrainierte. Für Ausdauer- und Kraftleistungen gibt es unterschiedliche Muskelfasern. Ein Marathonläufer sieht anders aus als ein Gewichtheber. Durch spezifisches Training kann jede Muskelqualität selektiv trainiert und damit entwickelt werden.

Symptome Welche Muskelprobleme können nun bei sportlicher Aktivität auftreten? Harmlos, wenn auch unangenehm, ist der Muskelkater. Jeder Sportliche kennt ihn. Ursache für den Muskelkater sind neben anderen Faktoren, die noch nicht vollends geklärt sind, kleinste Einrisse innerhalb des Muskels. Sie entstehen vor allem, wenn die Muskulatur unter Spannung gedehnt wird. Die Zerstörung von Muskelfasern ist ein Trick der Natur: Nach der Regeneration baut der Muskel stärkere Strukturen auf und ist für die nächste Belastung gerüstet. Ein Muskelkater tritt 12 bis 24 Stunden nach dem Sport auf und dauert nur kurz an. Krampfartige Schmerzen aus der Dynamik der Eigenbewegung deuten auf Zerrung (Muskelfaserriss) sowie Muskelriss hin. Bei direktem Kontakt mit einem Fremdkörper kann es zu einer Quetschung und Einblutung kommen. Eine typische Sportverletzung ist die Zerrung der Adduktoren (Muskelgruppe an der Innenseite des Oberschenkels) mit krampfartigen Schmerzen. Sehr häufig sind auch sportbedingte Faserrisse in der Wade.

Diagnose Das Ausmaß der Verletzung an Muskeln und Sehnen wird mittels Magnetresonanztomografie erfasst.

Therapie Bei Muskelkater beschleunigen leichte Bewegung und Wärme die Regeneration. Auf Dehnen sollte verzichtet werden, da dadurch wiederum Risse entstehen können. Bei einer Muskelprellung („blauer Fleck“) fördert manuelle Lymphdrainage den Abbau des Blutergusses und der Produkte, die durch die Gewebszerstörung entstanden sind. In der Regel kann man davon ausgehen, dass nach einem Faserriss eine dreiwöchige Trainingspause notwendig ist. Sind mehr als 75 Prozent des Muskelquerschnitts gerissen, ist bei einem aktiven Sportler eine Operation sinnvoll. Dabei wird der Muskel genäht und wenn möglich durch begleitendes Sehnengewebe gestützt. Eine Ruhigstellung für ungefähr vier Wochen und eine mehrmonatige Trainingspause sind damit verbunden. Wird ein Muskel durch eine Verletzung zu Inaktivität gezwungen, schrumpft er. Erst nach Ausheilung der Verletzung kann wieder damit begonnen werden, den Muskel langsam aufzutrainieren und damit die Voraussetzung zur Rückkehr zum Sport zu schaffen. Daher feiern manche Profisportler mit Muskelrissen erst nach einem Jahr Pause ihr Comeback. Gerade bei Muskelverletzungen sind die medizinische und besonders die physiotherapeutische Behandlung wichtig. Bei den im Sport recht häufigen Muskelverhärtungen hilft, wenn die betroffene Region mit Stretching sanft für etwa eine Minute gedehnt und gelockert wird. Die Schmerzgrenze darf aber nie überschritten werden

Vorbeugen Muskelverletzungen könnten oft durch korrektes „Warm-up“ und „Cooldown“ vermieden werden. Allerdings fehlt dazu oft die Zeit und auch die Geduld. Intensives Dehnen der belasteten Muskeln (3 Mal 7 Sekunden pro Muskelgruppe) nach dem Sport minimiert ebenfalls das Risiko. Bei Muskelverhärtung, als Folge intensiver Belastung, muss die sportliche Aktivität zur Vermeidung eines Muskelrisses eingeschränkt werden. Mit Massagen sollte der „Hartspann“ zuvor gelockert werden.

Jumper's Knee

Knieschmerzen können sehr viele Ursachen haben. Das „Patellaspitzensyndrom“ – auch unter dem Namen „Jumpers knee“ in Sportlerkreisen bekannt – ist eine davon. Die Patellasehne ist die fortgeführte Sehne der Oberschenkelmuskeln, die damit ihre Kraft über das Knie an den Unterschenkel fortleiten. Dabei werden natürlich enorme Kräfte frei. Eine Überlastung oder chronische Fehlbelastung führt zu einer Entzündung der Patellasehne an der Spitze der Kniescheibe. Sie kommt häufig bei übertriebenem Sprung, Jogging, Krafttraining und auch im Tennis vor.

Symptome Kennzeichnend ist ein belastungsabhängiger Schmerz im Bereich der Kniescheibenspitze. Im fortgeschrittenen Stadium schmerzt die Kniescheibe auch im Alltag, zum Beispiel beim Treppensteigen.

Diagnose In der Magnetresonanz zeigt sich die Sehne stark verdickt und das kollagene Fasergerüst aufgequollen.

Therapie Das Patellaspitzensyndrom wird vorwiegend konservativ behandelt. Die Therapie ist aber langwierig und zeitaufwendig. Dies führte in Sportlerkreisen zu häufiger Anwendung von Cortison zur Behandlung der Entzündung. Dabei kann rasch, aber meist auch nur kurzfristig eine Besserung erzielt werden. Häufige Cortisoninjektionen können zur Schrumpfung des Gewebes führen. Schäden im Knie, vor allem am Knorpel, können die Folge sein. Die Korrektur derartiger Veränderungen gehört zu den größten Problemen in der Kniechirurgie. Daher ist die langfristige Ausheilung der Entzündung notwendig. Ultraschall, Laser oder die KernspinResonanzTherapie (MBST) regen den Stoffwechsel an und fördern so die Heilung.

Operation Nur wenn durch konservative Maßnahmen keine Besserung erzielt wird, muss das beschädigte Gewebe in einem kleinen Eingriff entfernt werden. Danach ist eine Trainingspause von etwa sechs Wochen notwendig.

Vorbeugen Eine gute Muskeldehnung, Aufwärmen vor der sportlichen Aktivität und langsames Steigern der Belastungsintensität senken das Risiko.

Riss der Achillessehne

Es kann beim Tennis oder im Fußball passieren – plötzlich ein Peitschenknall und das Gefühl, ein hart geschlagener Tennisball hätte einen getroffen oder man hätte einen Tritt gegen das Bein bekommen. Das genau ist die Empfindung, wenn die kräftigste Sehne des Körpers, die Achillessehne, reißt. Typischerweise tritt der Riss etwa drei Querfinger über dem Ansatz am Fersenbein auf.

Therapie Als Erste-Hilfe-Maßnahme sollte die Fersenregion mit Eis gekühlt und ein Auftreten mit dem verletzten Bein vermieden werden. Auch wenn Schmerzen und Schwellung rasch zurückgehen, ist eine medizinische Therapie erforderlich. Eine konservative Behandlung ist dann möglich, wenn die beiden Sehnenanteile noch miteinander Kontakt haben. Für sechs bis acht Wochen wird ein Spezialschuh mit einer Erhöhung des Fersenbeins getragen. Sportfähigkeit, ausgenommen Radfahren, Schwimmen und Training am Cross Trainer, ist nach frühestens sechs Monaten gegeben. Zellstimulierende Behandlungen wie die KernspinResonanzTherapie MBST (siehe Überlastungsschäden) fördern die Heilung.